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Verhalen

Die Gruppen-App meiner Freundesgruppe ist ein Desaster

Über Verabredungen mit fünf Schwulen in einer WhatsApp-Gruppe. Spoiler: Niemand kommt pünktlich und jeder hat eine Meinung zum Ort.

RainbowNews Redactie23. April 2026 — Niederlande3 Min. Lesezeit
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Es fing harmlos an. Wollen wir mal was trinken? schrieb Marco in die Gruppen-App. Es war Dienstag. Inzwischen sind drei Wochen vergangen.

Der Orts-Krieg

Erst muss ein Ort her. Das klingt einfach. Es ist nicht einfach.

Marco schlägt eine Bar im Osten vor. Dennis findet Osten so 2019. Bas will brunchen, aber bitte irgendwo mit gutem Matcha. Erik schickt einen Link zu einem neuen Rooftop. Das Rooftop ist bis Oktober ausgebucht.

Ich schlage unser Stammcafé vor. Niemand antwortet. Aber auf Matcha reagieren alle.

Der Termin-Tanz

Nach vier Tagen haben wir einen Ort. Jetzt der Termin.

Samstag passt Dennis nicht, er hat ein Date. Sonntag passt Bas nicht, Brunch mit Kollegen. Freitag hat Marco Pilates. Erik hat sich Me-Time eingeplant.

Me-Time. Im Kalender. Zwischen zwei Terminen.

Am Ende einigen wir uns auf einen Donnerstag, in zwei Wochen. Alle senden Daumen. Dennis sendet drei Daumen. Warum drei, Dennis.

Der Outfit-Check

Der Tag selbst. Um vier Uhr nachmittags beginnt die echte App-Aktivität.

Was zieht ihr an? fragt Bas. Das ist keine unschuldige Frage. Das ist ein strategisches Treffen.

Marco schickt ein Spiegelselfie. Dennis fragt, ob sein Hemd zu viel ist. Erik schickt ein Foto von zwei Hosen nebeneinander. Ich sitze in einer Jogginghose und tue, als würde ich nichts sehen.

Bas entscheidet sich letztendlich für ein Leinen-Set. Im Oktober. Bas wird sich beschweren, dass es kalt ist. Das wissen wir alle.

Die Ankunft

Abgemacht um acht Uhr. Ich bin um fünf nach acht da, weil ich Holländer bin.

Marco kommt um Viertel nach. Erik um halb neun. Bas schreibt um neun Uhr, dass er gleich da ist. Gleich bedeutet: gerade unter der Dusche.

Dennis kommt nicht. Dennis hat es vergessen. Dennis schickt ein Herz und sagt nächstes Mal ganz bestimmt.

Der Abend selbst

Als wir endlich sitzen, ist es herrlich. Wir bestellen Wein. Wir tratschen. Wir lachen viel zu laut über Dinge, die gar nicht lustig sind.

Jemand schlägt vor, woanders weiterzugehen. Der Orts-Krieg beginnt von vorne. Dieses Mal live, am Tisch.

Wir bleiben einfach sitzen.

Das Nachwort

Am nächsten Morgen: Nachrichten in der App. Das war ja toll! Müssen wir öfter machen! Nächsten Monat wieder?

Alle reagieren begeistert. Dennis sendet jetzt vier Daumen.

Wir wissen alle, was passieren wird. Wir werden drei Wochen lang verhandeln. Bas wird sich über die Kälte beschweren. Dennis wird es vergessen.

Und trotzdem. Ich würde es um keinen Preis der Welt missen.

RR

RainbowNews Redactie

Redakteur

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