Ich bin queer, katholisch und von Gott geliebt
Eine queere Person teilt ihre tiefe Verbindung zum katholischen Glauben. Sie erklärt, wie queersein und Katholizismus zusammen existieren können.
Ich bin katholisch aufgewachsen. Das war immer ein großer Teil von mir. Der Glaube war meine erste Sprache überhaupt. Bevor ich lesen konnte, konnte ich bereits beten. Ich wusste, wie man kniet und das Kreuzzeichen macht.
Ich liebte alles daran. Ich liebte die Lieder in der Kirche. Ich liebte den Duft von Weihrauch in der Luft. Ich liebte die sanfte Stimme des Priesters. Das gab mir Trost und Frieden.
Aber ich bin auch queer. Lange Zeit kämpften diese zwei Teile in mir gegeneinander. Die Kirche sagt oft, dass queersein falsch ist. Diese Botschaft tat mir weh. Ich fühlte mich jahrelang allein und verwirrt.
Trotzdem konnte ich meinen Glauben nicht aufgeben. Er war mir zu wichtig. Ich stellte mir schwierige Fragen. Liebt Gott mich wirklich nicht, weil ich queer bin? Ich glaubte das nicht.
Ich begann, mehr über queere Katholiken zu lesen. Ich fand Gemeinschaften von Menschen wie mir. Sie waren queer und tief gläubig. Sie zeigten mir etwas Wichtiges. Gottes Liebe ist nicht klein. Sie schließt Menschen nicht aus.
Viele LGBTQ+-Menschen kämpfen mit Religion. Einige geben ihren Glauben ganz auf. Das ist eine gültige Wahl. Aber für mich war es auch gültig zu bleiben. Mein queersein und mein Glaube gehören beide mir.
Heute gehe ich immer noch in die Kirche. Ich bete immer noch. Ich spüre den Frieden aus meiner Kindheit. Aber jetzt spüre ich ihn als mein ganzes Selbst. Ich bin queer. Ich bin katholisch. Ich glaube, dass ich von Gott geliebt bin.
Das ist nicht immer einfach. Manche Menschen in der Kirche lehnen LGBTQ+-Menschen ab. Das ist schmerzhaft und falsch. Aber ich halte an einer größeren Glaubensvision fest. Eine mit Platz für alle. Eine, die auf Liebe gebaut ist.
Meine Geschichte ist nicht einzigartig. Viele queere Menschen des Glaubens teilen diese Reise. Wir verdienen Sichtbarkeit, Willkommen und Liebe — in unseren Gemeinschaften und in unseren Kirchen.