HIV-Impfstofftag 2025: Wie steht es um die Wissenschaft?
Am 18. Mai ist HIV-Impfstofftag. Nach 40 Jahren Forschung: Was sagen neue Studien über einen wirksamen HIV-Impfstoff?
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Am 18. Mai jeden Jahres würdigen Wissenschaftler und Gesundheitsorganisationen den HIV-Impfstofftag. Der Tag ehrt Freiwillige und Forscher an einem HIV-Impfstoff. Nach über 40 Jahren Forschung gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff. Aber neue Ergebnisse geben berechtigte Hoffnung.
Der HIV-Impfstofftag wurde 1997 von den US-amerikanischen National Institutes of Health gegründet. Kliniken wie Whitman-Walker Health in Washington D.C. nutzen den Tag zur Rekrutierung. Die Botschaft 2025 ist klar: Fortschritt existiert, aber langsam.
Warum ein HIV-Impfstoff so schwierig ist
HIV unterscheidet sich von den meisten Viren. Es verändert seine Oberfläche schnell. Es versteckt sich in Immunzellen, die es bekämpfen sollen. Und es baut ein permanentes Reservoir im Körper auf.
Standardimpfstoffe trainieren den Körper, Antikörper gegen ein stabiles Ziel zu bilden. Bei HIV bewegt sich dieses Ziel ständig. Nach WHO-Angaben zirkulieren weltweit über 250 HIV-Stämme. Ein Impfstoff muss gegen viele gleichzeitig schützen.
Deshalb konzentrieren sich Forscher auf sogenannte breit neutralisierende Antikörper, oder bnAbs. Diese seltenen Antikörper können viele HIV-Varianten blockieren. Etwa 10 bis 25 Prozent der HIV-Positiven bilden sie natürlicherweise, aber meist zu spät.
Was aktuelle Studien zeigen
Die letzten zwei Jahre brachten wichtige Ergebnisse. Einige waren enttäuschend. Andere öffneten neue Türen.
Im Januar 2023 wurde die große Mosaico-Studie gestoppt. Der Impfstoff war sicher, aber schützte nicht vor HIV-Infektion. Dies war die letzte große Studie zum älteren Mosaik-Ansatz.
Seitdem liegt der Fokus auf mRNA-Technologie. Das ist die gleiche Plattform wie bei COVID-19-Impfstoffen. 2022 zeigte die IAVI G002-Studie, dass ein mRNA-Impfstoff das Immunsystem aktivieren kann. Eine Folgestudie in Ruanda und Südafrika bestätigte 2024 die Wirksamkeit.
Der Ansatz heißt Germline Targeting. Er nutzt mehrere Impfungen, um seltene Immunzellen zu trainieren. Experten sagen, drei oder vier Impfungen könnten nötig sein.
Langwirksame Prävention verändert die Lage
Während ein Impfstoff noch Jahre entfernt ist, verbessert sich die Prävention schnell. Langwirksame injizierbare PrEP ist jetzt verfügbar. Cabotegravir wird alle zwei Monate gespritzt. Eine 2021-Studie zeigte höhere Wirksamkeit als tägliche Pillen.
Noch beeindruckender sind die 2024-Ergebnisse für Lenacapavir. Dieses Medikament, zweimal jährlich gespritzt, zeigte 100 Prozent Schutz bei Frauen. Bei Männern betrug der Schutz 96 Prozent. Die Zeitschrift Science nannte Lenacapavir ihren Durchbruch 2024.
Das wirft eine berechtigte Frage auf: Brauchen wir noch einen Impfstoff? Die meisten Experten sagen ja. Impfstoffe sind meist günstiger und einfacher in armen Ländern nutzbar.
Was das für Sie bedeutet
Derzeit sind die besten Präventionsmittel bereits verfügbar. Aidsfonds und WHO empfehlen einen mehrschichtigen Ansatz:
- PrEP — tägliche Pillen oder Langzeitspritzen für Hochrisikogruppen
- Kondome — wirksam gegen HIV und andere STIs
- Regelmäßige Tests — alle 3 bis 6 Monate für sexuell aktive Menschen
- U=U — HIV-Positive unter Behandlung können nicht anstecken
Interessieren Sie sich für Impfstoffstudien? Organisationen wie HVTN rekrutieren regelmäßig Freiwillige. Studien brauchen Teilnehmer aus vielen Gruppen.
Die globale Situation
Etwa 39 Millionen Menschen leben weltweit mit HIV. 2023 gab es etwa 1,3 Millionen Neuinfektionen. Neue Infektionen fallen in vielen Regionen, aber ungleichmäßig.
Subsahara-Afrika trägt die größte Last. In Osteuropa und Zentralasien steigen Infektionen. Budgetkürzungen für HIV-Programme beunruhigen Experten. Ein Impfstoff nur für reiche Länder würde die Epidemie nicht beenden.
Was in den kommenden Jahren erwartet
Wissenschaftler sind realistisch. Ein zugelassener Impfstoff ist wahrscheinlich noch 5 bis 10 Jahre entfernt. Der nächste große Meilenstein sind Phase-2-Studien, erwartet 2025 und 2026.
Die Botschaft des HIV-Impfstofftags 2025 ist zweifach. Erstens: Die Wissenschaft bewegt sich vorwärts. Zweitens: Wir haben heute bereits wirksame Präventionsmittel. Ihre Nutzung rettet Leben jetzt.
Weitere Informationen finden Sie in unserer Berichterstattung zu Trends in der schwulen Gemeinschaft und Forschung zu trans Jugendlichen und Hormontherapie.
Praktischer Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie unsicher sind. In den Niederlanden bietet Soa Aids Nederland kostenlose Online-Beratung an.
